Burn-out
Eine Einführung zum Thema, Diagnostik und Behandlung in unserer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Eine Einführung zum Thema Burn-out

Viele Menschen, die mit der Selbstdiagnose eines Burn-outs in unsere Tagesklinik kommen, haben eine depressive Störung. In diesem Fall hat das Modell des Burn-outs den Gang in die Klinik geebnet oder sogar ermöglicht. Das ist eine große Errungenschaft und kann sogar lebensrettend sein.

An dem Modell des Burn-outs ist jedoch eine Sache „falsch“! Das Burn-out lebt von einer Ursachenzuschreibung. Zumeist wird die Arbeitsbelastung als Ursache der Beschwerden ausgemacht. Dies kann durchaus zutreffen, muss aber nicht. Die moderne Psychiatrie hat die klare Ursachenzuschreibung (mit wenigen Ausnahmen wie z.B. der akuten Belastungsreaktion) zugunsten einer beschreibenden Krankheitslehre aufgegeben. Hierdurch wurden die psychopathologischen Symptome als kleinste Bausteine psychischer Störungen aufgewertet. Die Störungsbilder sind damit wissenschaftlich untersuchbar und vergleichbar geworden.

Für die meisten „großen“ Krankheiten der Psychiatrie (z.B. Depression, Schizophrenie) gelten als Ursache mehrere Faktoren – z.B. genetische, lerngeschichtliche, aber auch situative und protektive. Vererbt und lerngeschichtlich ausgeformt werden meist individuelle Anfälligkeiten und Abwehrkräfte. Für jedes Individuum ist dann eine unterschiedliche auslösende Situation erforderlich; dies kann Stress auf der Arbeit sein, aber auch ein realer oder nur befürchteter Verlust.

Burn-out ist also keine Krankheit, sondern ein Risikozustand.

Gleichwohl ist die Akzeptanz des Burn-out-Begriffs wertvoll und trägt dazu bei, dass Menschen mit psychischen Störungen und Belastungen weniger stigmatisiert werden. Auch rückt Stress als ein bedeutsamer Krankheitsauslöser in das Bewusstsein der Menschen.

Burn-out: Diagnostik

Die in der Literatur berichteten Burnout-Beschwerden werden häufig in drei Dimensionen gegliedert: (Zitiert aus dem Positionspapier der DGPPN zum Thema Burn-out vom 07.03.2012)

  1. Emotionale Erschöpfung als die basale Dimension. Sie umfasst das Gefühl der Überforderung und des Ausgelaugtseins bezüglich der eigenen psychischen und körperlichen Reserven. Mit dem Energiemangel verbunden sind Symptome wie Müdigkeit und Niedergeschlagenheit sowie das Auftreten von Anspannungszuständen. Zu beobachten sind in diesem Zusammenhang zudem häufig eine Unfähigkeit, sich in der Freizeit zu entspannen, und Schlafstörungen. An körperlichen Beschwerden werden Magen-Darm-Symptome, Kopf- und Rückenschmerzen und eine vermehrte Anfälligkeit für Infekte genannt.
  2. Zynismus / Distanzierung / Depersonalisation. Aus dem idealisierten Verhältnis zur Arbeit, die meist mit positiven Erwartungen begonnen wurde, entwickelt sich zunehmend Frustration mit anschließender Distanzierung von der Arbeit. Dies ist verbunden mit Schuldzuweisungen für die verändert erlebte Arbeit und einer Verbitterung gegenüber den Arbeitsbedingungen. Diese Frustration führt schließlich zu einer Abwertung der Arbeit und zum Zynismus, der sich oft auch gegen Arbeitskollegen und Klientel richtet. Dies wiederum bedingt beim Betroffenen Schuldgefühle. Häufig wird auch ein Gefühlsverlust (Depersonalisation) beobachtet.
  3. Verringerte Arbeitsleistung. In der Selbsteinschätzung besteht der Eindruck einer nachhaltigen Minderung der Arbeitsleistung, Kompetenz und Kreativität u.a. durch Konzentrationsstörungen und Arbeitsunzufriedenheit.

Bei allen Burnout-Definitionen gilt als notwendige Voraussetzung der Probleme, dass die Betroffenen selbst ihr Beschwerdebild als Folge der Arbeitsbelastung sehen. Entsprechend glauben sie, dass die Beschwerden bei fortbestehenden negativen Arbeitsbedingungen anhalten, sich aber meist nach Schaffung einer neuen, als förderlich erlebten Arbeitssituation zurückentwickeln.

Dies trifft allerdings nur dann zu, falls noch ein Risikozustand vorliegt, der sich noch nicht zu einer ausgewachsenen depressiven Störung verfestigt hat.

Burn-out: Therapie

In unserer Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Köln können Sie sich untersuchen und beraten lassen, ob bei Ihnen ein Burn-out-Risiko besteht und welche Behandlung die geeignete ist.

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