Ihr Fels in der Brandung in Zeiten der COVID-19-Pandemie

Eines vorweg: Wir sind auch während der COVID-19-Pandemie weiterhin für Sie da, wenn Sie uns brauchen! Im Folgenden möchten wir Sie darüber informieren, was sich durch COVID-19 an der Tagesklinik-Behandlung ändert.

Haltung zeigen

Eine teilstationäre Behandlung zu gestalten, ist auch in „normalen Zeiten“ ein außerordentlich komplexes Unterfangen. Es gilt eine Vielzahl von Aspekten, Faktoren und Perspektiven in einen gemeinsamen Prozess zu integrieren, an dessen Ende die Heilung einer psychischen Störung oder seelischen Belastung steht. Dies ist ein Kraftakt für Sie als Patientin oder Patienten genauso wie für uns als Ihr Behandlungsteam.

Die COVID-19-Pandemie macht die Behandlung noch komplexer. Wir stellen uns dieser Herausforderung, weil wir wissen, dass Sie uns brauchen. Die Akutbehandlung krankheitswertiger Krisen und schwerer Depressionen lässt sich nämlich nicht aufschieben. Auch als private Tagesklinik haben wir die Verpflichtung, dem Behandlungsauftrag nachzukommen und das duale Gesundheitssystem zu entlasten.

Krisenmanagement – Wir können Sie weiterhin persönlich untersuchen und tagesklinisch aufnehmen. 

Wir sind eine teilstationäre Akutklinik und bleiben daher offen und leistungsfähig – auch in Zeiten einer Pandemie. Sie können sich weiterhin wie gewohnt bei uns vorstellen, werden untersucht und ggf. in die Tagesklinik aufgenommen. Wir haben Maßnahmen ergriffen, um das Infektionsrisiko in der Tagesklinik deutlich zu reduzieren. Hierbei haben wir uns an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) orientiert und setzen Anordnungen des Gesundheitsamts unverzüglich und vollumfänglich um.

Maßnahmen Tagesklinik am Friesenplatz

  • Risikoeinschätzung („Screening“) am Morgen: Sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch Patientinnen und Patienten, die grippale Symptome haben (insb. Husten und Fieber, aber auch andere Allgemeinsymptome) bleiben am Morgen zuhause, rufen in der Tagesklinik an und werden mit einem Facharzt verbunden. Dieser entscheidet darüber, ob es sich um einen COVID-19-Verdachtsfall gemäß den RKI-Kriterien handelt oder nicht. In jedem Falle gilt: Kein Betreten der Tagesklinik-Räumlichkeiten mit körperlichen Symptomen gestattet!
  • An allen Zugangspunkten wurden Screening-Stellen eingerichtet. Dort wird Ihnen kontaktlos Fieber gemessen und Sie werden gefragt, ob Sie Husten haben. Dieses Screening gilt für alle Personen – Belegschaft wie auch Patientinnen und Patienten. Name, Zeitpunkt und Körpertemperatur werden dokumentiert. Bis zu einer Körpertemperatur von 37,4 Grad C erhalten Sie Einlass, zwischen 37,5-37,9 Grad C erfolgt zunächst ein Arztkontakt zur Risikoeinschätzung und ab 38,0 Grad C ist der Einlass nicht gestattet.
  • Ausnahmslos alle Personen, welche die Tagesklinik betreten, erhalten Mund-Nasen-Schutzmasken. Zwar filtern diese Masken keine Viren aus der Atemluft, jedoch reduzieren sie deutlich das Einbringen von Tröpfchen und die Entstehung von Aerosolen in der Raumluft. Da ausnahmslos alle Personen in der Tagesklinik Masken tragen, betrifft dies potentielle Virusträger genauso wie Gesunde bzw. Nicht-Infizierte. Im Zusammenwirken mit unseren weiteren Maßnahmen entsteht hierdurch ein deutlich erhöhtes Schutzniveau. Dort, wo ein Abstand von über 2 Metern verwirklicht werden kann, dürfen die Masken abgenommen werden. Dies gilt insbesondere im Rahmen der Einzel-Psychotherapie.
  • Alle weiteren Maßnahmen nach dem Risikoscreening werden fachärztlich aus der Tagesklinik inhaltlich und organisatorisch begleitet. Wir lassen weder Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter noch Patientinnen / Patienten mit körperlichen Symptomen im Stich!
  • Wir haben einen Krisenstab zum Thema Coronavirus (SARS-CoV-2) bzw. der Erkrankung COVID-19 eingerichtet (Geschäftsführer Herr Dr. Voß, Chefarzt Herr Lentzen, Facharzt Herr Dr. Feldhaus), der täglich konferiert, die Lage anhand der RKI-Meldungen neu bewertet und eventuelle Anordnungen des Gesundheitsamtes unverzüglich umsetzt. Darüber hinaus sind wir mit Klinikleitungen vergleichbarer Einrichtungen vernetzt und stimmen uns engmaschig ab.
  • An jedem der Zugangspunkte zu den Tagesklinik-Räumlichkeiten sind Desinfektionsmittel-Spender angebracht. Vor jedem Betreten ist eine hygienische Händedesinfektion vorzunehmen (Video-Anleitung hier klicken). Wie diese funktioniert, demonstriert unser Pflegepersonal regelmäßig.
  • Das Händeschütteln zur Begrüßung ist in der Tagesklinik vorübergened abgeschafft. Stattdessen gilt ein freundliches Nicken in angemessenem Abstand (1,5-2 Meter) als Begrüßungsritual.
  • Das Pflegepersonal übt mit allen Beteiligten regelmäßig die allgemeinen Hygieneregeln ein (z.B. Abstand halten, eigenes Gesicht nicht berühren, richtiges Händewaschen).
  • Konsequente räumliche Distanzierung: Wir haben unsere Räumlichkeiten pragmatisch umfunktioniert, sodass ein angemessener Abstand (2 Meter) zwischen den Menschen gewahrt bleibt.
  • Dort, wo „man sich näher kommt“, z.B. im Rahmen einer Blutabnahme oder neurologischen Untersuchung, trägt unser Personal FFP2-Schutzmasken.
  • Um den infektionsrelevanten Kontakt weiter zu reduzieren, haben wir Gruppentherapien auf Einzeltherapien umgestellt. Hierbei profitieren wir davon, dass wir bereits vor der Corona-Pandemie ein engmaschiges Einzeltherapie-Setting eingerichtet haben. Nunmehr bieten wir jeder Patientin und jedem Patienten 5 Einzelpsychotherapie-Sitzungen (je 50 Minuten) pro Woche an. Kreativtherapien werden nun zusätzlich als Einzelbehandlung durchgeführt und sind dafür kürzer.
  • Analoges gilt für das Behandlungsteam der Tagesklinik. Anstatt in Konferenzen, Fallbesprechungen und Supervisionen in Gruppen zusammenzukommen, haben wir uns aktuell mit Informations- und Weisungsketten organisiert. Somit wird auch auf Seiten der Belegschaft die Dichte an persönlichen Kontakten reduziert.
  • Kleinere Räume (z.B. Teeküchen) dürfen nur noch von Einzelpersonen frequentiert werden.
  • Angehörigengespräche, Besuche und ambulante Untersuchungen – mit Ausnahme der Voruntersuchungen für eine Aufnahme – sind vorübergehend ausgesetzt.
  • Telemedizinische Kontakte ergänzen unsere Schutzmaßnahmen, insbesondere wenn Sie zu einer Risikogruppe (z.B. aufgrund höheren Lebensalters oder einer chronischen körperlichen Vorerkrankung) gehören.
  • Sollten Sie im Rahmen eines positiven Tests auf das Coronavirus SARS-CoV-2 eine häusliche Quarantäne einhalten müssen, kümmern wir uns durchgehend telemedizinisch um Sie. Ihre Einzel-Zeitfenster nehmen Sie dann telemedizinisch wahr, vor allem durch datensichere Video-Telefonie. Eine eventuell einzunehmende Medikation wird Ihnen durch unser Personal (ohne persönlichen Kontakt) nach Hause gebracht und z.B. vor die Wohnungstür gestellt.

COVID-19: Verbreitung verlangsamen!

Bei den genannten Maßnahmen besteht das Ziel darin, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, damit das Gesundheitssystem in Bezug auf die zu versorgenden Menschen leistungsfähig bleibt. Insbesondere muss verhindert werden, dass Intensivstationen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Was passiert, wenn eine COVID-19-Infektion auf Personal- oder Patientenseite auftritt?

Dieser Fall ist in unserer Tagesklinik noch nicht eingetreten. Trotz der umfassenden Schutzmaßnahmen kann jedoch keine Klinik ausschließen, dass es zu einer Infektion kommt. Die Frage nach den Konsequenzen lässt sich nicht pauschal beantworten. Es kommt hier vielmehr zu einer Einzelfallregelung, die durch das Gesundheitsamt angeordnet wird:

  • Auf Patientenseite sind Schweregrad und Akuität der psychopathologischen Symptomatik bedeutsam. Falls ausreichend, wird die bzw. der Betroffene in häuslicher Quarantäne von uns engmaschig telemedizinisch weiterbetreut und bleibt somit eingegliedert in das teilstationäre Setting. Anderenfalls erfolgt eine Verlegung in ein vollstationäres Krankenhaus, wo psychiatrische Behandlung und infektionsbezogene Maßnahmen kombiniert werden können.
  • Sollte die / der positiv Getestete aus der Riege der Belegschaft stammen, kommt es für diese / diesen ebenfalls zu einer häuslichen Quarantäne. Im Falle eines positiven Tests bei gleichzeitiger Symptomfreiheit würde sich das Team-Mitglied ggf. an den derzeitigen telemedizinischen Leistungen aus dem Home-Office heraus beteiligen. Im Falle einer symptomatischen Infektion träte an die Stelle der Home-Office-Arbeit die Arbeitsunfähigkeit.
  • Im Hinblick auf ein Kontaktpersonen-Management werden die Kontaktpersonen auf Patienten- und Belegschaftsseite gemäß RKI-Kriterien kategorisiert. Je nach Kategorie folgen unterschiedliche Maßnahmen.
  • Letztlich fließen dann in das Vorgehen für das Management von Kontaktpersonen (s. o.) weitere Erwägungen mit ein, z.B. Aspekte der Verhältnismäßigkeit und Unverzichtbarkeit einer Person im klinischen Betrieb. Update: Am Samstag, 21.03.2020, hat das RKI die Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter medizinischem Personal aktualisiert, s. Link hier. 
  • Die Entscheidung in einem solchen Falle trifft das Gesundheitsamt. Sollte das Gesundheitsamt aus Gründen der Überlastung nicht direkt entscheiden können, so werden die RKI-Empfehlungen bzw. Fluss-Schemata mittels eigenem ärztlichem Sachverstand interpretiert und umgesetzt.
  • Wir sind auf eine Krisenversorgung unserer psychiatrischen und psychotherapeutischen Patientinnen und Patienten vorbereitet. Hierbei würde eine absolut unverzichtbare psychiatrische Präsenzbehandlung in der Tagesklinik aufrechterhalten (z.B. wichtige Verlaufsuntersuchungen bei Medikation; Überprüfung von Gefährdungsaspekten bei Suizidgedanken) und durch mehrere telemedizinische Therapieeinheiten pro Tag ergänzt.
  • Selbstverständlich hoffen wir, dass dieser Krisenplan nicht zur Anwendung kommt, sondern unsere vorsorgenden Maßnahmen fruchten und wir den Betrieb geordnet – wie bisher – fortsetzen können.