Rituale können das Leben erleichtern und geben den Menschen ein Gefühl von Sicherheit. Diese Rituale können unterschiedlichster Natur sein – eine Kussfolge zur Begrüßung, die halbstündige Bettlektüre vor dem Einschlafen oder auch ein prüfender Blick vor dem Verlassen des Hauses, ob Herd und Bügeleisen ausgeschaltet sind.

Einige Menschen müssen jedoch bestimmte Gedanken immer wieder durchdenken oder konkrete Handlungen wiederholt ausführen, um ein Gefühl von überwältigendem Kontrollverlust und intensiver Angst zu verhindern. Die Zwangsgedanken und –handlungen werden von den Betroffenen meist als unsinnig erlebt, aber der Versuch, Widerstand dagegen zu leisten, scheitert. Spätestens dann, wenn der Betroffene durch die Zwänge z.B. aufgrund des hohen Zeitaufwands in seinen sozialen Bezügen oder seinem individuellen Leistungsanspruch behindert wird, ist zu prüfen, ob es sich um eine Zwangserkrankung im engeren Sinne handelt.

Häufige Zwangshandlungen sind übrigens Händewaschen, Dinge kontrollieren, zählen oder ordnen. Zwangsgedanken drehen sich häufig um Beschmutzung oder Kontamination oder sind sexueller oder religiöser Natur. Auch Gewaltphantasien können zwanghaft vorkommen und dann heftige Schuld- und Schamgefühle hervorrufen.

Die gezielte Diagnostik und Therapie der Zwangsstörung bildet einen der Schwerpunkte der Tagesklinik am Friesenplatz.