Angst ist ein Gefühl, das wir alle kennen. Es schützt uns vor Gefahren und macht uns aufmerksam und vorsichtig – kurzum, die Angst ist zum Überleben erforderlich. Das Grundgefühl der Angst kann sich jedoch verselbständigen und sogar zur Krankheit werden.

Sie kann sich als ein diffuses Grundgefühl in den Lebensalltag einschleichen, welches den Menschen ganz in Beschlag nimmt. Der Tag ist dann voller Befürchtungen, die ganze Welt erscheint bedrohlich und risikoreich. Dieses Gefühl lässt sich nicht mehr beiseite schieben und nicht mehr kontrollieren. Eine starke permanente Anspannung schleicht sich ein und kann unter anderem zu Schweißausbrüchen und Zittern, Beklemmungsgefühl und Übelkeit, Schwindel und Kribbeln oder auch einem Kloßgefühl im Hals und Verspannungen führen. Reizbarkeit und Schlafstörungen können die Folge sein und markieren einen Übergang in eine depressive Problematik.

Eine andere Form von Angsterkrankung tritt eher intervallartig und mit Panikattacken auf, die sich bis zum Zustand akuter Todesangst steigern und mit dem Gefühl eines absoluten Kontrollverlusts einhergehen können. Zwischen den Panikattacken, welche meist ohne erkennbaren Grund auftreten, können die Beschwerden zurückgehen oder auch zu einer Angst vor der Angst führen.

Schließlich kennen wir noch die konkreten Phobien. Hierbei richtet sich die Angst auf etwas Bestimmtes, z.B. geschlossene Räume oder Spinnen. Solange der Betroffene solche Dinge oder Situationen, die Angst machen, vermeiden kann, besteht kein ausgeprägter Leidensdruck. In bestimmten Fällen, z.B. dann, wenn jegliche soziale Begegnung mit anderen Menschen untragbare Angst macht, entfaltet mithin auch die Phobie einen starken Leidensdruck.

Um mittels Psychotherapie oder auch Medikamenten gezielt eingreifen zu können, ist eine gründliche Diagnostik erforderlich, welche auch eine Reihe organischer Ursachen der Angst berücksichtigt. Die differenzierte Diagnostik und Therapie der Angst bildet einen der Schwerpunkte der Tagesklinik am Friesenplatz.